Corydoras / Panzerwelse

Corydoras ist eine Gattung von Fischen aus der Familie der Panzer- und Schwielenwelse (Callichthydiae). Panzerwelse unterscheiden sich von den Schwielenwelsen durch das Fehlen einer Knochenplattenreihe zwischen Rücken- und Fettflosse und die geringere Größe. Die zwischen 2 und 10 cm großen Tiere zeichnen sich durch einen charakteristischen Körperbau (Doppelreihe von Knochenplatten, dachziegelartig von vorn nach hinten überlappend: Panzerplatten) und sehr variable Färbung aus. Wichtige Unterscheidungsmerkmale zur Artbestimmung sind die Ausprägung der Zähnung und die Zahl der Pectoralstacheln. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich bei diesen Welsen um Bodenfische, die jedoch als Darmatmer bei mangelndem Sauerstoffgehalt im Wasser in regelmäßigen Abständen an die Wasseroberfläche schwimmen können, um dort atmosphärischen Sauerstoff aufzunehmen und am Boden zu veratmen. Das Phänomen der Darmatmung ist auch unter optimalen Hälterungsbedingungen zu beobachten, wenngleich seltener. Aus der Fähigkeit zur Darmatmung kann nicht auf eine größere Toleranz gegenüber mangelnder Wasserqualität geschlossen werden.Das Verbreitungsgebiet der Gattung umfasst das ganze tropische und subtropische Südamerika, das Amazonasbecken, ebenso z.B. die Karibikinsel Trinidad, das zentralbrasilianische Hochland, die nördliche Pampa Argentiniens.

Corydoras kommen im Weißwasser, Schwarzwasser und Klarwasser  vor.

Gemeinsam ist den Corydoras-Arten das gesellige Verhalten. Einzeln oder pärchenweise kommen diese Tiere praktisch in freier Wildbahn nicht vor. Eine artgerechte Aquarienhaltung erfordert eine Gruppenhaltung.

Man sollte min. 5 Tiere halten. Zu bemerken wäre aber, dass sich Panzerwelse in größeren Gruppen wohler fühlen. Gerne kann man aber mehrere Panzerwels-Arten, zu beachten sind da ein paar wenige Arten, zusammen halten.

 

Euer Marc

 

Eigenes zur Zucht

Seit Jahren beschäftige ich mich mit der Pflege und Zucht  dieser Tiere. Dabei versuche ich alle Arten über einen längeren Zeitraum zu pflegen und Erfahrungen zu sammeln. Mein Ziel ist es bei manchen Arten sie erfolgreich nachzuzüchten!

Panzerwelse sind recht leicht zu züchten ! ?

Sagen die meisten, aber die Praxis sieht da aber oftmals ganz anders aus. Von den bisher bekannten Arten ( Fachliteratur) 150 - 200 Arten, sind wohl nur 30% - 40%  im Aquarium laichbereit!

In den vergangenen Jahren konnte ich einige Corydoras-Arten so stimulieren, daß sie im Aquarium ablaichten. Die meisten, eigentlich fast alle,  waren Nachzuchten (NZ). Vermischte Gruppen, also NZ mit WF, waren auch dabei. Man benötigt viel Geduld und Erfahrung, bis die ersten Nachzuchttiere im Aquarium schwimmen. Einfache Arten können sein: Corydoras aeneus, paleatus, Albino.  Diese werden oft von Hobbyzüchtern genommen und seit Jahren vermehrt.

Um so näher man an eine WF-form herankommt, um so schwerer wird es mit der Zucht!

Als Elterntiere eignen sich NZ daher eigenlich besser als WF, aber die Gewißheit, ob es nun klappen wird oder nicht, verleiht dieser Art von Hobby aber ihren Reiz. Könnte man jeden Wels so beeinflussen, daß er sofort Eier produziert, wäre mit Sicherheit das Interesse an Welszuchten schnell vorbei.

Grundvoraussetzungen:

Die Tiere müssen "angesetzt" werden. Darunter versteht man, dass ein spezielles Becken eingerichtet werden muss. Ich nehme dazu nun 40er Würfel. Hatte aber auch 60x30x30er Becken.

Die Bodenscheibe wird bis zu 1 cm dicken Schicht bedeckt. Ich verwende am meisten feinen Sand.

Dies verhindert, daß die Tiere an den Bauchflossen und am Bauch selbst von Pilzen befallen werden. Pilze treten auf, wenn Corydoras über längerer Zeit in Aquarien gehalten werden, in dem kein Bodengrund  ist. Pilze gedeihen am besten auf der planken Bodenscheibe. Mit Bodengrund können auch die Corydoras besser ihr Futter aufnehmen. Auch die Fütterung wird angepasst! Die Tiere verbrauchen beim ablaichen viel Energie. Die muss von woher kommen!

Die Einrichtung:

Die Einrichtung eines Zuchtaquariums kann man bis auf große Versteckmöglichkeiten, z.b. halbe kleinere Blumenscherben beschränken.

Futter für Zuchttiere: 

Will man Panzerwelse zum Ablaichen bewegen, muß man abwechslungsreich füttern. Besonders gern wird Lebendfutter angenommen. Hier erweist es sich auch wieder vorteilhaft der Bodengrund.  Die Würmer können sich nicht im Bodengrund vergraben und sind auch  Zeitlang für die Panzerwelse erreichbar, ohne irgendein schaden zu nehmen. Wobei es sein kann, ohne Sand die Würmer nicht geniesbar genug sein könnten.

Wasserwechsel:   

Panzerwelse lieben klares, sauerstoffreiches Wasser, obwohl viele in der Natur in trüben, auch stinkenden Gewässern vorkommen. Alle 4 - 5 Tage lasse ich über die Hälfte des Wassers ab und ersetze es durch frisches Leitungswasser.

Ein Grund, daß durch zu reichlich dargebotenes Futter sich nicht die Wasserwerte verschlechtern.

Ein weiterer Grund, das man das frische Leitungswasser 3-4 max. 5 Grad kühler temperieren kann als jetzt das Wasser im Zuchtbecken.  Ich benutze dann immer Erlenzäpfchen um den Wasserwert, insbesondere den ph - Wert, zu verändern.

Ablaichen:

Einige Arten laichen nur ab, wenn mehr Strömung vorhanden ist. Und, oder Wasserpflanzen (am besten Anubias) mit im Zuchtbecken sind. Ins Wasser eingehängte Wollfäden könnten auch gerne genommen werden. Dies ist bei uns aber ausgeblieben. Wenn die Welse nun an diesen Pflanzen oder Wollpfäden abgelaicht haben, überführe ich diese in ein Schlupfbecken. Eier die an die Scheibe geklebt wurden, lassen sich recht einfach, aber Vorsichtig, mit einer Rasierklinge ablösen. Im Schlupfbecken kann man versuchen die Eier abzuschütteln. Mit den Fingern kann man die Eier auch von der Rasierklinge Vorsichtig abrollen.

Die Eier gebe ich dann in ein 20 Liter Aquarium (Schlupfbecken) oder bei wenigen, in eine Glasschale. Ich meine, das es wichtig ist, Sauerstoff in die 20 Liter Becken zu geben. Dazu haben wir einstellbare Ausströmer in den Becken. 24/25 Grad sind recht gut damit die Eier binnen 24-36 Stunden schlüpfen. Ein wenig Erlenzäpfchen Wasser gebe ich auch dazu, damit die Eier dadurch nicht oder wenig verpilzen! Das Wasser sollte man dann wie gespritze Apfelschorle aussehen lassen!

Fütterung: 

In meinen "Schlupfbecken" habe ich auch feine Filtermatten eingebaut, sodas ich, wenn die Jungtiere ausgeschlüpft sind, nur die unbefruchteten Eier und die leeren Eierschalen herraussauge und die Tiere eine Zeitlang darin hältern kann. Dazu reicht es Anfangs jeden 2 Tag den Boden abzusaugen und frisch Wasser dazu geben! Es sollte dann auch der größe nach gefüttert werden! Microwürmer eignen sich für die ersten Tage, nachdem der Dottersack aufgebraucht ist, hervorragend. Dann kann man anderes kleines Futter reichen! Wir zerstossen dazu Granulate, Flockfutter und/oder Tabletten. Brennesseln kommen auch mal zur Verwendung.

Will man möglichst viele der geschlüpften Jungwelse großziehen, kommt man nicht herum alle 2 Tage das Wasser zu Wechseln und den Boden gründlich abzusaugen. Es sollte aber nur 30-40% Wasser gewechselt werden. Jungwelse reagieren ganz besonders empfindlich auf Wasserverschlechterung!

Pflege im Aufzuchtbecken:  

Trotz Brücksichtigung aller Tipps, wird man manchmal aber nur wenig Tiere groß bringen, wenn man nicht diese Reinigungen und Wasserwechsel vornimmt. Denn durch Futtereste bilden sich schnell auf der Bodenscheibe Pilzbelag, der Bauchpartien und die Bauchflossen der Jungwelse infiziert. Gegen den Algenbewuchs setzen wir vereinzelt dann auch kleinere L-Welse dazu. Abhängig davon, wieviele Jungwelse sich in dem 20 Liter Becken befinden, muß man rechzeitig die Jungwelse in ein größeres Becken umgesetzt . Dazu sollten sie schon Futterfest sein!

 

euer Marc Sep. 2014


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(c)by Fischkeller Zotzenheim, Anja Zahn und Marc Hartmann, 16.02.2013